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Ich treffe meine eigenen Entscheidungen

Birgit Bauer

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11.09.18

„Ich mach das für dich!“ oder „Du kannst das nicht machen, das schaffst du nicht!“

 

Etwas, das uns allen, die wir mit MS betroffen sind, ab und an passiert: Andere würden nur zu gerne die Entscheidungen für uns übernehmen. Am besten mit dem milden Lächeln und natürlich nur zu unserem Vorteil. Und natürlich mit absoluter Zustimmung. Das ist ja wohl klar. Man meint es ja nur gut. Nicht wahr? Ich „leide“ ja so an meiner MS und brauche das. Denken diese Entscheider gerne. Und irren sich gewaltig.

 

Es sind Sätze, die mich verärgern. Weil sie mich ausschließen und klein machen. Nur weil ich MS habe. Sie scheinen mir den Zugang zu verwehren. Zur Gesellschaft, dem sozialen Leben und nicht selten auch, wenn es um Arbeit geht.

 

Man wird vom Mensch, dem Freund oder der Freundin, dem Angehörigen und Familienmitglied oder dem Kontakt und Geschäftspartner nicht selten zum Patient degradiert und das Leben als kranker Mensch rutscht in den Vordergrund. Der Mensch, also ich beispielsweise, rutscht durch das Raster. Andere sind der Ansicht, ich brauche  Mitleid oder bin nicht in der Lage etwas zu entscheiden. In der Vergangenheit habe ich mit vielen Menschen gesprochen, die mit den verschiedensten Erkrankungen leben und mir ihre negativen „Entscheidungserlebnisse“ erzählten. Ich bin also nicht allein.

 

Was oft vergessen wird ist die Tatsache, dass wir durchaus in der Lage sind eigene Entscheidungen zu treffen. Uns, also den Menschen mit MS,  ist sehr wohl klar, was wir können und vor allem, wollen. Aber so einfach ist es eben nicht. Es scheint, als wäre es für andere viel einfacher, für einen Menschen, der mit einer chronischen Erkrankung wie MS lebt, zu entscheiden als ihn zu fragen, was ihm oder ihr wichtig ist und welche Prioritäten auf der Liste stehen. Anstatt dem zu vertrauen, der mit MS lebt, vermittelt man Misstrauen in dessen Selbstvertrauen.  Und entscheidet, was gut für sie oder ihn ist.

 

Es wird nicht nachgefragt. Ganz im Gegenteil. Egal ob ein Ausflug abgesagt wird, weil der Weg zu weit scheint, ein Job wegen der MS abgesagt wird, weil der Chef eines Unternehmens beschließt, dass er oder sie mit MS das nicht schafft, es scheint uninteressant, die Meinung der Betroffenen zu hören oder einfach einen Versuch zu starten und zu sehen, was passiert. Es ist entschieden, auch wenn die Argumente ganz andere Aussagen zulassen würden.

 

Für den, der entscheidet, ist die Welt damit in Ordnung. Für den, der die Konsequenz der Entscheidung trägt nicht. In solchen Situationen sind wir fremdbestimmt obwohl wir nicht darum gebeten haben.  Wir sind im Aus und jedes Veto, jede Nachfrage wird negativ ausgelegt. Wir sind unbequem und wer mag schon unbequeme Menschen.

Egal ob es um zusätzliche Sportstunden geht, aber auch um Entscheidungen in Sachen Therapie, die wir anders entscheiden als erwartet. Letztlich ist es eine unerwünschte Einflussnahme auf unser Leben.

 

Was häufig fehlt? Die Frage nach dem, was uns wichtig ist. Man nimmt selbstverständlich an, die Entscheidung wäre in unserem Sinne.  Zudem werden viele dieser Entscheidungen uninformiert getroffen.  Es wird weder eine Information eingeholt noch nachgefragt.

 

Wie auch immer, wir wollen und können durchaus selbst entscheiden. Es ist unser Recht das zu tun. Nur weil wir mit MS durchs Leben gehen bedeutet das nicht, dass wir die Fähigkeit zu entscheiden mit der Diagnose aufgeben oder verlieren.

Mit MS zu leben bedeutet, bewusst und informiert zu leben genau so entscheiden wir auch. Zumindest meistens. Die eine oder andere Fehlentscheidung gehört dazu. Das ist das Leben. Mit oder ohne MS.

 

Letztlich ist es doch so, dass wir die Konsequenzen jeder Entscheidung übernehmen und damit leben müssen. Schon allein deshalb sollten wir nicht einfach hinnehmen, was andere uns vorgeben.

 

Das Risiko? Ist überschaubar. Es könnte den anderen nicht gefallen was wir entscheiden. Weil die getroffene Entscheidung unbequem ist oder nicht gefällt. Aber dieses Risiko ist für mich eines, das ich gerne eingehe. Ist es doch für mich und zu meinem Wohl und wer weiß bitte besser als ich, was mir gut oder nicht gut tut als ich? Für mich ist dieses Risiko einfacher zu tragen, als die Konsequenzen dessen, was andere für mich entscheiden würden.

 

Wie entscheidet Ihr?

 

GZEMEA.MS.18.03.0062i

 

Date of Approval: September 2018

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